Mara Isolani ist Künstlerin. Ihre Ausstellung in Peschiera del Garda habe ich zufällig entdeckt. Der Titel „La Poesia del Viaggio“: Mein Thema! Ich habe die Gelegenheit genutzt, mit einer Künstlerin, die über das Reisen malt, über das Reisen und das Leben zu sprechen.
Buongiorno Mara Isolani! Ihre wunderbare Ausstellung trägt den Titel „Die Poesie des Reisens“. Was für ein schöner Titel. Ihr Thema ist also das Reisen.
Das Reisen steht für mich als Metapher des Lebens. Wir reisen jeden Tag und sind somit Touristen des Lebens und des Tages.
Die Autos, Motorini und Fahrräder in meinen Bildern sind unsere Reisebegleiter. Die Autos reflektieren das auf der Oberfläche ihrer Karosserie. Autos können in ihrem Innern die Erinnerungen speichern. Manche Fahrzeuge bestehen über Generationen, manche sind ikonisch wie zum Beispiel der Fiat 500.
Ich versuche Menschen, die ich gesehen habe, in meinen Bildern so natürlich wie möglich wiederzugeben. Ich gehe zum Beispiel auf große Plätze und beobachte Menschen. Diese Beobachtungen gebe ich später in meinen Bildern wieder, allerdings in Situationen, die es so nicht gegeben hat.
Wie zum Beispiel auf dem Bild mit den Kindern und der Nonna. Diese Situation gab es so nicht, aber ich hatte die Idee, das Kind und die ältere Dame zu verbinden.

Kunst von Mara Isolani. Nonna mit Kind.
Die Figuren auf meinen Bildern schauen in eine Richtung, so dass auch der Betrachter der Bilder in diese Richtung schauen will und du das gleiche sehen kann, wie die Personen auf dem Bild. Man fragt sich, was die Menschen auf dem Bild sehen und man gibt sich selbst die Antwort.
Jedes meiner Bilder ist in seiner Bewegung wie ein Rahmen für einen Film, wo jeder ein Vorher und ein Nachher sehen kann. Jeder hat seine eigene Interpretation dafür.
Reisen Sie selbst auch durch die Welt?
Immer wenn ich kann! Mit meinem Auto bin ich mindestens 20.000 Kilometer im Jahr unterwegs. Mein Mann sagte immer: Es besteht keine Gefahr, dass dir das Haus auf den Kopf fällt.
Sind Sie schon immer Künstlerin?
Mein erstes Bild habe ich mit vier Jahren gemalt. Es war ein Bild mit Blumen und einer Vase, was eine vierjährige eben so malt.
Haben Sie Kunst studiert?
Ich habe Naturwissenschaften studiert aber die Kunst nie aufgegeben. Auch wenn das Leben dir nicht immer erlaubt, das zu tun, was du möchtest. Wenn du aber ein Feuer in dir hast, bleibst du dran. Manchmal mehr, manchmal weniger.
Sie haben regelmäßige Ausstellungen in ganz Italien.
Ja und zu meinen Events kommen vor allem Frauen, es sind auch meistens die Frauen, die sich bewegen, die sich für Kunst interessieren. Bei den meisten kulturellen Events trifft man vor allem Frauen.
Frauen sind offener und neugieriger. Die Männer sind häufig weniger interessiert, sind angestrengt von ihrer Arbeit. Auch wenn Männer und Frauen heute viel gleichberechtigter leben. In den Zeiten meines Vaters blieben die Frauen zuhause, haben sich um Haus und Kinder gekümmert und die Männer gingen arbeiten. Heute gehen auch die Frauen zur Arbeit und deshalb müssen auch die Männer im Haushalt unterstützen und sich um die Kinder kümmern.
Sie haben damals ihren Sohn einfach mit zur Uni genommen.
Als mein Sohn klein war, hatte ich niemanden der sich um das Kind kümmern konnte, als ich zur Uni musste, also habe ich meinen Sohn in die Vorlesung mitgenommen.
Es war eine Vorlesung zur zeitgenössischen Kunst, zu Fontana, Mathieu und weiteren und als wir mit meinem Mann in Modena zu einer Ausstellung über zeitgenössische Kunst gegangen sind, rief mein Sohn beim Betreten des Raumes: Mama, schau mal! Bilder von Fontana, Mathieu, Manzoni! Alle schauten das Kind an und dachten: Ein Genie! Er wußte das alles, weil er an der Vorlesung teilgenommen hatte!
Eine schöne Geschichte! Man sollte Kinder viel öfter mit in Vorlesungen nehmen!
Hier sieht man ein Bild von einer Frau auf einem Motorrad, dazu gibt es auch eine Geschichte.
Das ist Astrid. Sie wollte sich bei ihrem Freund bedanken und fragte mich, ob ich eine Idee hätte. Ich sagte, sie solle mir doch ein Foto von sich auf seinem Motorrad schicken und dann male ich ein Bild für ihn. Das haben wir so gemacht. Aber leider hatten sie sich in der Zwischenzeit getrennt, so dass das Bild immer noch bei mir ist.
Ausstellungen, Bilder, Infos
Mehr Infos zur Künstlerin, die kommenden Ausstellungen und die Bilder von Mara Isolani gibt’s auf ihrer Webseite – auch das Bild von Astrid 🙂


