Sabine hat getan, wovon viele träumen: Sie hat sich ein Haus in Italien gekauft und ist nach Apulien gezogen. Woher sie den Mut nahm, wie sie ihr Haus gefunden hat und was ihr besonders an ihrem neuen Leben gefällt, hat sie mir im Interview verraten.
Hallo Sabine, du hast ein Haus in Apulien gekauft und liebevoll saniert. Du lebst nun hier in Mesagne, einer kleinen Stadt im Salento. Wie bist du denn nach Mesagne gekommen?
Ich habe als Bekleidungsingenieurin schon für viele große Firmen gearbeitet und als mir beim letzten Arbeitgeber unerwartet gekündigt wurde, setzte ich mich ins Auto und fuhr, so wie du jetzt, durch Italien. Venedig – Verona – Florenz, ich machte einen Sprachkurs in Salerno, einen in Tropea und mir wurde klar: Ich will eine Immobilie in Italien kaufen.
Ich schaute zuerst in Salerno, dann in Tropea, ich habe auf Sizilien gesucht und mich über 1-Euro-Häuser informiert. Bis ein Freund mich fragte, ob ich denn schon in Apulien geschaut habe. Ich fand die Idee gut und so flog ich mit einer Freundin nach Brindisi, um mich hier umzuschauen. Dieser Flug kam allerdings so spät an, dass wir beschlossen, nicht gleich weiter in den Süden zu fahren, sondern erst einmal in der Nähe zu übernachten. Bei der Recherche fand ich ein interessantes Hotel hier in Mesagne.
Als wir ankamen waren meine Freundin und ich sofort begeistert von der Stadt. Gleich am ersten Abend wurden wir in einer Bar zu einer Privatparty eingeladen, wo wir total versackten. Das fand ich toll.
Nach zahlreichen Besichtigungen in ganz Apulien ging es am letzten Tag zurück nach Mesagne, wo ich mir ein Haus angeschaut habe, aber mir nicht sicher war, ob es das Richtige für mich ist und dann war es weg, als ich nochmal nachfragte.
Also bin noch einmal nach Apulien geflogen, um weitere Häuser anzuschauen. Auch dieses Mal war ein Angebot in Mesagne dabei und das fand ich sofort interessant. Ich schaute noch ein paar andere Objekte an, aber dann habe ich mich doch gleich für das Haus in Mesagne entschieden und mit der Verkäuferin einen Vorvertrag gemacht.
Heute bin ich mit der Vorbesitzerin befreundet und sie hat mich bei wichtigen Angelegenheiten wie Strom- und Wasserversorgung unterstützt.
Seit wann bist du genau in Mesagne?
Im Mai 2022 habe ich den Vorvertrag unterschrieben und im Juni den Kauf abgeschlossen. Dann musste das Haus noch umgebaut werden, aber da habe ich bereits darin gewohnt.
Was gefällt dir an deinem neuen Leben in Italien besonders?
Die Mentalität. Ich war gerade in Deutschland und kaum bin ich wieder hier angekommen, treffe ich überall Leute und alle begrüßen mich und freuen sich, mich zu sehen und fragen, wie es mir geht. Es ist wie nach Hause kommen. Selbst der Obsthändler an der Ecke heißt mich willkommen.
Das schöne Wetter gefällt mir auch und auch, dass man hier so viel unternehmen kann. In Mesagne gibt es viele kulturelle Angebote, Konzerte und Events, der Bürgermeister ist kulturell sehr engagiert. Zum Beispiel hat Albano von dem Sängerpaar Albano & Romina Power ein Weingut in der Nähe und ist hier auf der Piazza aufgetreten.
Ich habe ziemlich schnell Leute kennengelernt, über Instagram, über Bekannte, die uns vermittelt haben und auch über die regelmäßigen Events, die hier für Expats organisiert werden. Ich werde immer wieder gefragt ob ich zu Veranstaltungen mitkomme, so dass ich manchmal froh bin, wenn ich zwei Tage mal nicht verabredet bin.
Mir gefällt, dass alles gelassener ist, leichter geht, das Leben nicht so stressig ist und die Menschen herzlicher sind.
Viele Auswanderer machen sich Sorgen, ob es beim Hausbau mit den Handwerkern klappt, da sie schon viele Geschichten über deren Unzuverlässigkeit gehört haben. Wie war das bei dir?
Auch die Handwerker sind herzlich. Es gab natürlich auch welche, die mir nie das angeforderte Angebot geschickt haben, aber ich hatte Glück und mit Vater und Sohn zwei tolle Handwerker, auf dich ich mich verlassen konnte.
Alle sprechen über das italienische Lebensgefühl, was bedeutet es für dich?
Alles nicht ganz so ernst nehmen und La dolce vita, die schönen Seiten des Leben sehen. Die Menschen haben hier oft nicht so viel Geld, sie genießen trotzdem das Leben.
Du bist Bekleidungsingenieurin, das heißt, du kennst dich mit Mode aus. Was ist das Geheimnis der italienischen Frau wenn es um Mode geht?
Es gibt den Begriff der Sprezzatura, damit ist ein gewisser Schick und eine Lässigkeit gemeint, für die die Italienerinnen ein Händchen haben. Sie tragen die Kleidung mit einer Selbstverständlichkeit und mit Selbstbewußtsein. Sie können gut Sachen kombinieren und was ich nicht erwartet hätte: Fast alle kaufen ihre Kleider auf den Märkten ein, auch an den Wühlständen.
Wenn man in Deutschland etwas Außergewöhnliches trägt, wird man schnell mal schräg angeschaut, hier ist es selbstverständlich. Die Frauen sind meist sehr feminin gekleidet und du wirst hier auch mehr als Frau wahrgenommen. Von jungen und alten Männern hört man schon mal ein „Ciao Bellissima“.
Du bist sehr erfolgreich auf Instagram, wo du über dein Leben erzählst. Was gefällt den Leuten an deinem Leben?
Viele sagen zu mir: Du lebst mein Traumleben. Andere finden es erfrischend und sagen, dass ich das so natürlich mache und Einblicke in mein Leben gebe. Viele bewundern meinen Mut.
Findest du dich mutig?
Für mich war der Schritt relativ normal. Viele sagen, dass sie es bemerkenswert finden, dass ich das alleine mache. Aber ich habe es einfach gemacht, es war immer mein Wunsch.
Wie ist es, als Frau allein in Italien zu leben?
Ich sehe keinen großen Unterschied zu Deutschland. Ich habe ja mittlerweile viele Freunde. In Süditalien ist es eher ungewöhnlich, wenn du allein essen gehst. Ich bin das aber von meinem Job gewöhnt, auch mal allein essen zu gehen, da ich auch viel im Ausland war.
Wenn du allein bist, lernst du schneller Leute kennen.
Was rätst du Frauen, die auch gerne auswandern möchten?
Wenn es der Traum ist, dann auf jeden Fall machen. Wichtig ist, sich das Land anzuschauen und sich zu überlegen, wo genau möchte ich leben. Stadt, Land, Meer … und sich über das Budget klar werden. Und dann einfach machen und loslegen. Offen zu sein und auf andere zugehen zu können ist wichtig.
Das Wissen zum Hauskauf in Italien habe ich mir selbst angeeignet. Maria Stella, die Vorbesitzerin hat mich unterstützt, zum Beispiel beim Beantragen des Codice fiscale, den du in Italien für fast alles benötigst. Man kann sich aber auch unterstützen lassen. Ich biete jetzt auch Beratungen für Immobilienkauf in Italien an.
Sprichst du italienisch?
Ich spreche es nicht fließend, hatte aber bereits Grundkenntnisse von meinen Sprachaufenthalten. Ich lerne weiter. Es gibt hier aber auch Auswanderer, die kein Italienisch sprechen und die haben es auch geschafft, ein Haus zu kaufen.
Macht Italien glücklich?
Ich finde schon. Diese Sache hat unheimlich viel Freude und Spaß ins Leben gebracht und ich habe viele interessante Menschen kennengelernt. In München trifft man zum Beispiel beim Einkaufen auch immer die selben Kassiererinnen, die tun aber so, als ob sie einem nicht kennen. Hier sagen sie gleich: Ciao, come stai.
Infos
Wer sich für Beratungen zum Immobilienkauf in Italien interessiert kann sich gerne bei Sabine melden.
Hier gehts zu ihrem Instagram-Account: Instagram/dolce.vita.50.plus


